Dein Kind macht Fehler beim Sprechen: So reagierst du richtig!

by Dr. Adeline Hurmaci, 17.02.25

 

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Wenn dein Kind gerade sprechen lernt, kennst du das sicher: Es erfindet Wörter, macht Fehler in der Aussprache oder in der Grammatik. Zum Beispiel sagt es „gelügt“ statt „gelogen“. Doch wie solltest du darauf reagieren? Viele Eltern sind sich unsicher, ob und wie sie korrigieren sollen.

In diesem Artikel erfährst du, warum direkte Korrekturen nicht der beste Weg sind – und was du stattdessen tun kannst, um dein Kind optimal zu unterstützen!

 

1. Fehler sind Teil des Lernprozesses

Kinder lernen Sprache Schritt für Schritt. Erst kommen Ein-Wort-Sätze, dann Zwei- und Drei-Wort-Sätze, und mit der Zeit entwickeln sich Grammatik und Aussprache.

Gerade bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern ist bewusste Sprachförderung besonders wichtig. Sie hören bestimmte Wörter und Strukturen in jeder Sprache unterschiedlich oft – und brauchen deshalb mehr Wiederholungen.

Doch wie geht man nun mit Sprachfehlern um? Ich erkläre dir zuerst, was du vermeiden solltest – und dann, wie du dein Kind am besten unterstützen kannst.

2. Wie du mit Fehlern umgehst

2.1. Wovon ich abrate: Dein Kind auf seinen Fehler aufmerksam machen und direkt korrigieren

Stell dir vor, dein Kind sagt: "Mama, er hat gelügt!"

Eine direkte Korrektur wie "Es heißt nicht ‘gelügt’, sondern ‘gelogen’" kann dazu führen, dass dein Kind die Lust am Sprechen verliert. Denn oft ist es sprachlich einfach noch nicht so weit, die richtige Form zu übernehmen.

Kinder lernen Sprache durch Zuhören und Interaktion. Sie übernehmen korrekte Aussprache und Grammatik nach und nach, wenn sie Sprachmuster immer wieder hören.

Zu häufige Korrekturen können dazu führen, dass Kinder sich beobachtet oder kritisiert fühlen. Sie werden unsicher, trauen sich weniger zu sprechen oder probieren keine neuen Wörter mehr aus.

Besonders wichtig: Bitte dein Kind nicht darum, den Satz oder das Wort zu wiederholen. Also kein "Sag mal ‘gelogen’, nicht ‘gelügt’." – Das setzt unnötigen Druck auf dein Kind.

2.2. Was ich empfehle: Korrektives Feedback und positive Kommunikation

Anstatt dein Kind direkt zu korrigieren, kannst du eine sanfte Methode nutzen – das sogenannte korrektive Feedback. Dabei wiederholst du die richtige Form einfach im Gespräch, ohne auf den Fehler hinzuweisen.

Beispiel:
Dein Kind sagt: "Er hat gelügt!"
Du kannst antworten: "Ah, er hat gelogen? Warum sagst du, er hat gelogen?"

So hört dein Kind die richtige Form – ganz natürlich, ohne Druck.

Hier an der Stelle wichtig: Leg den Fokus auf das Positive!

Wenn dein Kind "gelügt" sagt, hat es bereits verstanden, dass es eine Vergangenheitsform gibt – nur die Ausnahmen kennt es noch nicht. Das ist ein gutes Zeichen! Mit der Zeit und durch häufiges Hören der richtigen Form wird es sich das Richtige merken.

Anstatt dich auf sprachliche Fehler zu konzentrieren, leg den Fokus darauf, was dein Kind dir sagen möchte. Positive Kommunikation und ein interessiertes Zuhören fördern den Spracherwerb und die Freude am Sprechen. Besonders wichtig ist es auch, deinem Kind genug Zeit zum Sprechen zu lassen, ohne es zu unterbrechen.

3. Spezifisch bei mehrsprachigen Kindern: Das Vermischen der Sprachen

Falls dein Kind mehrsprachig aufwächst, ist es ganz normal, dass es die Sprachen vermischt und auch die Sprachregeln. 

Ein Beispiel:
"Er hat drei Jahre." statt "Er ist drei Jahre alt."

Dieser Fehler passiert oft bei Kindern, die mit Deutsch und Französisch aufwachsen, weil im Französischen das Alter mit "haben" gebildet wird ("Il a trois ans.").

Hier gilt ebenfalls: Kein Druck! Statt zu korrigieren, einfach beiläufig die richtige Form wiederholen.

Zum Thema “Mixing” habe ich einen Blog-Artikel verfasst. Den findest du hier

4. Wann sind Fehler nicht mehr “normal”? 

Fehler gehören zur Sprachentwicklung dazu. Trotzdem gibt es bestimmte Meilensteine, die zeigen, ob die Entwicklung altersgerecht verläuft.

Gerade bei mehrsprachigen Kindern ist es wichtig, nicht nur eine Sprache, sondern beide (oder alle) genau zu betrachten. Falls du dir unsicher bist, lass dich von einer Fachperson beraten!

In meinem Onlinekurs lernst du genau, worauf du achten solltest, um Sprachprobleme rechtzeitig zu erkennen und zu handeln. Bei Interesse melde dich gerne bei mir

5. Fazit

Sprache ist ein Schatz, der sich mit der Zeit entwickelt. Das Wichtigste ist, dass dein Kind Freude am Sprechen hat! Merke dir: 

  • Kinder lernen durch Zuhören und Interaktion
  • Direkte Korrekturen können entmutigen – besser ist sanftes korrigierendes Feedback
  • Konzentriere dich auf den Inhalt, nicht auf den Fehler
  • Bei anhaltenden Problemen kann logopädische Unterstützung helfen

Falls du mehr darüber erfahren möchtest, wie du dein Kind optimal in seiner Sprachentwicklung unterstützen kannst, melde dich gerne bei mir.

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Dr. Adeline Hurmaci

"Mehrsprachig erziehen ist eine Kunst; die Kunst, bei seinem Kind die innere Motivation für das Lernen seiner Sprachen zu pflegen."